Mozi's Geschichte

Ich habe in einer Zoohandlung gesessen. Ganz klein und scheu. Mein Bruder war flink und stand am Gitter als eine Frau mit einem Mädchen zu uns kam. In meinen Bruder hat sich das Mädchen sofort verliebt und er sollte es sein. Ich habe gehört wie der Verkäufer gesagt hat das er mein Bruder sei und so durfte ich auch mit zu dem kleinen Mädchen nach Hause.

Dort angekommen bezogen wir einen tollen Käfig mit einem Haus, einer Treppe und einer Trinkflasche nur für uns zwei. Wir wurden auf Max und Moritz (das bin ich) getauft. Das kleine Mädchen kam jeden Tag mehrmals zu uns und nahm meistens meinen Bruder Max auf den Arm und kuschelte viel mit ihm. Ich saß im Käfig und schaute traurig zu. Aber oft kam auch die Mutter des Mädchens ins Zimmer und nahm mich dann auf den Arm. Sie setzte sich dann aufs Bett und streichelte mich oder sie gab mir Löwenzahn oder schmuste mit mir. Diese Momente habe ich dann sehr genossen.

Nach ein paar Tagen wurde mein Bruder krank. Die Frau rief sofort eine andere Frau an und die kam dann auch und guckte meinen Bruder genau an. Diese Frau sagte dass er krank sei und gab ihm etwas das sie Medizin nannte. Max erholte sich recht schnell aber dafür wurde ich nun krank. Es juckte mich überall und ich fing an zu kratzen. Bald hatte ich überall blutige Stellen und so kam die eine Frau wieder und gab nun mir die Medizin.

Eines Morgens lag der Max im Käfig und rührte sich nicht. Mein ganzes Bemühen ihn aufzuwecken war vergebens. Er blieb liegen. Mittags kamen die Frau und das Mädchen zu uns. Die Frau hatte sofort gesehen dass etwas nicht stimmte und nahm den Max hinaus. Das Mädchen fing an zu weinen und sprach davon dass der Max tot sei. Tot, was war das? Wo geht der Max hin? Kommt er wieder zurück von diesem „Tod“?

Max kam nicht wieder und ich war allein. Die Frau kümmerte sich viel um mich. Sie sprach auch oft mit mir. Sie erzählte mir von einem Ort der nur über die Regenbogenbrücke zu erreichen ist. Und das Max jetzt dorthin gegangen ist.

Da es mir auch nicht besser ging und ich immer noch diese juckenden Stellen hatte kam auch die andere Frau öfters zu mir. Eines Tages nahm sie mich mit und ich zog bei ihr ein. Dort wurde ich mit der Medizin behandelt und blieb eine Zeitlang dort. Die Frau und das kleine Mädchen kamen oft mich besuchen. Und dann kam der Tag an dem ich wieder mit nach Hause durfte.

Dort wartete schon ein anderes Meerschweinchen im Käfig. Ich habe mich riesig gefreut denn nun war ich nicht mehr alleine. Auch hat das neue Meerschweinchen so gut gerochen und ich habe versucht auf sie rauf zu steigen. Das hat auch gut geklappt. Nach ein paar Tagen dann kam noch ein neues Meerschweinchen und so waren wir zu dritt. Und da ich nun schon etwas Übung hatte klappte das rauf steigen dieses Mal noch besser.

Ein paar Wochen später saßen dann ganz kleine Meerschweinchen im Käfig. Sie sind über Nacht gekommen und sahen fast aus wie ich. So etwas hab ich noch nicht gesehen und ich weiß auch nicht wo die herkamen. Auch die Frau war ganz aus dem Häuschen. Einige Zeit später wurde ich „kastriert“. Ich weiß zwar immer noch nicht was genau das ist aber seitdem kamen über Nacht keine kleinen Meerschweinchen mehr.

Ich habe fast vier Jahre bei dem kleinen Mädchen und der Frau gelebt. Sie haben mich immer gut behandelt und mir immer viel zu fressen und zu trinken gegeben. Ich habe mich dort richtig wohl gefühlt. Das kleine Mädchen heißt Swantje und die Frau wird Meli genannt. Ich werde sie nie vergessen und immer in meinem Herzen tragen. Ich weiß auch dass sie mich nicht vergessen werden. Aber jetzt muss ich Abschied nehmen. Denn heute ist der Tag gekommen an dem auch ich mich auf den Weg über die Regenbogenbrücke mache. Meli sagt, dort wird der Max auf mich warten und mir alles zeigen und das ich ihn grüßen soll. Den Gefallen werde ich Meli tun und dann werden Max und ich zusammen warten, dort am Fußes des Regenbogens.

Mozi

* 09/07 + 27.05.2011